top of page
  • AutorenbildAnita

Ein Traum droht zu zerplatzen

Aktualisiert: 19. Juni 2022

Gestern war ein echt schwieriger Tag! Die Anspannung, permanenten Schmerzen und kräfteraubenden Diskussionen mit meiner Tochter haben sich in einem mächtigen Heulkrampf entladen. Ich stand frühmorgens mit bestialischen Rückenschmerzen im schäumenden Meer, verzweifelt auf den Horizont blickend und konnte einfach nicht mehr aufhören zu schluchzen. Stand heute muss ich meinen Traum vom Leben in den Tropen wohl begraben. Die Situation mit meiner Tochter wird von Tag zu Tag extremer. Sie will sich partout nicht eingewöhnen, verweigert die Sprache, die Schule und den Kontakt zu einheimischen Kindern. Ich bin am Ende mit meinem Latein und auch am Ende meiner Kräfte.

Ich weiss nicht, ob ihr auch einen Lebenstraum habt und diesen nicht verwirklichen konntet. Vielleicht könnt ihr mir nachempfinden, wie es ist, wenn dieser in der Luft zerplatzt. Das tut so unglaublich weh, es ist fast wie ein physischer Schmerz, unerträglich, auch zu vergleichen mit dem ersten grossen, traumatischen Liebeskummer, wo man glaubt dran zu sterben. So stand ich da, im traumhaft schönen, tosenden Meer der Playa Grande von Cahuita und dachte, ich muss verzweifeln…


Aber nein, ich bin ja eine Mama, also ein Steh-auf-Männchen, muss wie immer weiter „funktionieren“, machen und tun. Nachdem ich mich beruhigt hatte, fuhren wir ins Dörfchen zur Laundry und dann noch auf ein leckeres Fischfilet vom Grill ins Las Olas Restaurant. Am Nachmittag war wieder Kinderbespassung dran, so wie all die letzten Tag. Alina hat mit ihrer deutschen Freundin bei uns Muffins und Kuchen gebacken, eine Bauchtrage für den Kuchenverkauf gebastelt und dann habe ich die beiden gegen Abend noch an die Playa Negra zum Kuchenverkauf am Strand gefahren. Leider sind nur die Schokochip-Muffins etwas geworden, den vor fett triefenden Limonenkuchen mussten wir sofort entsorgen, den platten Rüeblikuchen konnten wir aus visuellen Gründen nicht verkaufen und werden wir selbst essen. Die 12 Muffins gingen jedoch innerhalb von nicht mal 10 Minuten weg und dann haben die Mädchen zum ersten Mal vom selbstverdienten Geld eine Limonade und Salchipatacones in der Reggae-Bar kaufen und beim Sonnenuntergang verputzen können.




63 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

San José

Comments


bottom of page