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  • AutorenbildAnita

Was bin ich doch für eine naive Kuh!

Aktualisiert: 19. Juni 2022


Als ich 2019 in Cahuita auf der Suche nach einem passenden Tourismusobjekt für mich war, habe ich den Kontakt zur Schweizer Community gesucht und einige der dort schon seit Jahren ansässigen Landsleute kennen gelernt. So bin ich mit der naiven Annahme ausgewandert, dass ich diesen Landsleuten vertrauen kann und sie mir im Notfall behilflich sein könnten. Schön danebengegangen!

Es war äusserst schwierig von der Schweiz aus eine Unterkunft in der Nähe der kleinen Privatschule (von Schweizern gegründet vor ca. 25 Jahren) zu finden und somit war ich überglücklich, als mir der Mitbegründer dieser Schule in seiner Ferienanlage ein kleines Appartement für 2 Monate angeboten hat bis sein grosses, freistehendes Haus für uns frei würde. Ich war zwar schon etwas erstaunt, dass die kleine dunkle Unterkunft $20 pro Nacht kosten sollte ($600 im Monat), wo doch das zweistöckige, freistehende Haus für $40 pro Nacht vermietet werden sollte ($1‘200 im Monat). Schlussendlich kam es dann so, dass wir uns in dieser dunklen, stickigen Unterkunft sehr unwohl gefühlt haben und etwas Neues gesucht haben, was jedoch ein paar Tage gedauert hat. Erst per Anfang März konnten wir umziehen. Wir waren doch ganze 22 Tage in dieser unangenehmen Unterkunft. Jetzt wollte ich die Rechnung zahlen und habe naiv mit den abgemachten $20 gerechnet (22 Tage x$20=$440) und da schreibt der Besitzer mir aus seinem Schweiz Urlaub, dass er mir $500 verrechnet, ich könne nicht einfach mit den $20 rechnen, da ich ja früher ging als geplant. Wow. Das sass! Ok, der Unterschied ist nicht wirklich riesig aber allein die Tatsache, dass er mir so ein blödes WhatsApp geschickt hat (er hätte bei täglicher Zimmervermietung ein Vielfaches verdienen können), macht mich wütend. Und die Story geht ja noch weiter, denn er verwaltet auch noch die Schulgelder. Da ich naiver Trottel das Schulgeld für das ganze Jahr überwiesen habe, weil ich der Annahme war, dass diese Privatschule hält was sie alles verspricht gemäss ihrem „pädagogischen Konzept“, wir aber bitter feststellen mussten, dass dies eine knallharte Lüge ist, dass nicht alle Kinder gleich behandelt werden (Ausländer werden ignoriert), Gleichheit und gleiche Chancen für alle nur für diejenigen mit Spanischkenntnissen gelten, keinerlei Anstalten für Integration oder Inklusion fremdsprachiger Kinder unternommen wird und noch so einiges mehr (von der pädagogischen Unfähigkeit einiger Lehrpersonen ganz zu schweigen), kann ich auch diese $2‘600 abschreiben, da werde ich keinen Cent davon mehr zu Gesicht bekommen. Ich ärger mich schwarz, aber bin an dem allen ja selbst schuld, da ich trotz meinem „hohen“ Alter und vielen negativen Erfahrungen immer noch an das GUTE im Menschen glaube und absolut naiv durch die Welt gehe. Den Schulvertrag habe ich auch nicht richtig gelesen, da soll angeblich stehen, dass eingezahlte Gelder nicht zurück erstattet werden.


Tja, die Unfähigkeit dieser Schule hat dazu geführt, dass meine Tochter „keinen Fuss mehr da rein setzt“, wie sie so schön sagt. Das stellt mich vor unglaubliche Herausforderungen, denn sie muss ja beschult werden! Jetzt werden wir mal 2 Wochen Homeschooling machen, wir haben zusammen einen Stundenplan erstellt und dann werden wir uns die öffentlichen Schulen anschauen, denn sie muss ja auch dringend unter Kinder! Wenn sie nur mit mir und ihren deutschen Freundinnen zusammen ist, wird das mit dem Spanisch und der Integration nie etwas. Eine Herausforderung jagt die nächste.

Ich bin ja froh, dass wir so eine tolle Spanischlehrerin für sie gefunden hat, in den privaten Spanischunterricht geht sie jeden Tag sehr gerne.

Zuhause setze ich den Fokus auf Mathematik, Englisch und Deutsch, alles andere ist momentan zweitrangig.

Aber man muss schon sehen, dass das eine echte Belastung ist, denn ich habe somit nie Zeit für mich und meine Bedürfnisse (was ist das überhaupt?). Jeden Tag muss ich mir aufs Neue sagen „Augen zu und durch!“.

Ich weiss, so geht es nicht nur mir, sondern vielen alleinerziehenden Müttern und Väter auf dieser Welt.


Heute hat das mit dem Homeschooling gut geklappt, wir haben Mathe und Englisch gemacht. Im Englisch ist mir aufgefallen, dass sie von dem behandelten Stoff in der Schule gar nix verstanden hat, sie hat sich jedes 3. Wort ins Vokabelheft geschrieben, um es zu lernen… Dann habe ich sie zur Spanischlehrerin gebracht und anschliessend war sie bis spät abends bei ihren deutschen Freunden.


Kurz vor 10 Uhr bekam ich Besuch von einer sehr lieben Freundin aus Gandoca und ich habe mit die schönsten Stunden seit meiner Ankunft verbracht. Wir haben uns so was von gut unterhalten und beim Italiener direkt am wunderschönen Meer eine superleckere Pizza gegessen bei tiefgründigen Themen, es hat so was von gut getan! Auch der Tag ohne meine Tochter musste mal sein und hat gutgetan. Jetzt sind meine Batterien wieder etwas aufgetankt und es kann weiter gehen!


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